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06.11.2020

Schlafentzug fördert Grübeln

Für die Studie lernten 60 gesunde Teilnehmer, Gesichter mit Fotografien emotional belastender Szenen wie einem Bild aus einem Kriegsgebiet oder neutralen Szenen wie dem Foto eines Stadtbilds zu verknüpfen. Nach einer Nacht mit normalem Schlaf oder komplettem Schlafentzug wurden den Teilnehmern die Gesichter erneut gezeigt, und sie wurden gebeten, Gedanken zu unterdrücken, die sich auf die Szenen bezogen. Dies gelang den Teilnehmern, die geschlafen hatten, wesentlich besser: Im Vergleich zu ihnen hatten die Teilnehmer mit Schlafentzug viel größere Schwierigkeiten, negative Gedanken über die emotional belastenden Szenen aus ihren Gedanken zu verbannen. Während die Aufgabe den ausgeruhten Teilnehmern mit der Zeit immer besser gelang, blieben die negativen Gedanken bei denjenigen mit Schlafentzug konstant hoch.

Die Autoren halten die Ergebnisse gerade für Menschen mit psychischen Erkrankungen für sehr wichtig. Dr. Marcus Harrington vom Institut für Psychologie der Universität von York erläuterte dies an einem Beispiel: „Alltagserfahrungen können uns an unangenehme Erfahrungen erinnern. Zum Beispiel könnte ein Auto, das auf der Autobahn zu schnell fährt, dazu führen, dass uns negative Erinnerungen an einen Autounfall vor vielen Jahren in den Sinn kommen. Die meisten Menschen verdrängen solche Gedanken schnell, aber bei Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen wie einer posttraumatischen Belastungsstörung können sie sich wiederholen, unkontrollierbar und belastend sein. Unsere Studie legt nahe, dass Schlafverlust einen erheblichen Einfluss auf unsere Fähigkeit hat, unerwünschte Gedanken aus unserem Geist herauszuhalten.“

Die Studie deutet auch an, dass ein Teufelskreis entstehen könnte, wenn negative Gedanken und Emotionen nach einer durchwachten Nacht die Schlafprobleme weiter verstärken.

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